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Krieg und Frieden
Vierteiler nach dem Roman von Leo Tolstoi

6., 9., 13., 16. Januar 2008, jeweils 20.15 Uhr, ZDF



Krieg und Frieden – ein Beitrag zur Identität
"Krieg" und "Frieden" – zwei Worte, deren wahrhaftige Bedeutung nur
Menschen beurteilen können, die beides in Deutschland erlebt haben.
Und auch nur diese Generationen werden vielleicht mit dem überbrückenden Wörtchen "und" den Titel eines Klassikers der Weltliteratur assoziieren, eines Riesengemäldes jenes Russland, das durch den Kampf mit Napoleon aufgerüttelt wurde: Leo Tolstois großen Roman "Krieg und Frieden".

Gründe genug, wie wir finden, zusammen mit sechs anderen europäischen Nationen eine Koproduktion zu realisieren, die vor Augen führt, dass zirka 140 Jahre alte Literatur und 200jährige Geschichtsereignisse noch heute, im 21. Jahrhundert, von großer Aussagekraft und Bedeutung sind. So mag sich zwar das Gesicht des Krieges verändert haben, doch alle damit verbundenen Emotionen nicht. Gefühle sind unabhängig von Zeitgeist, Politik, Kulturen und Religionen. Gefühle sind immer auf Zeitreise, sie verändern sich nicht.


Die Herausforderung einer Literaturverfilmung ist es, die Figuren des
Romans mit erzählerischer Intelligenz ins momentane Bewusstsein zu
bringen, für eine heutige Rezeption lebendig zu machen, den Zuschauer mit allen handelnden Personen zu fesseln. Und so war unser Anliegen nicht weit entfernt von dem, was Tolstoi zu seiner Zeit angetrieben hat: Nach dem künstlerischen Interesse das historische Interesse zu wecken. Verständlich zu machen, inwiefern Krieg das natürliche Leben verändert, Krieg ein Zusammentreffen von 1000 Gründen ist und nicht in der Verantwortung eines einzelnen liegt.

Krieg und Frieden sind komplementäre Begriffe. Beides definiert unser Leben, seit es Menschen gibt. In der großen Politik wie in unseren Köpfen, in der eigenen Psyche, in zwischenmenschlichen Beziehungen jeder Art.


"Krieg und Frieden" hält uns einen Spiegel vor, der unterschiedliche
Werte reflektiert, die an drei adligen Familien festgemacht werden. Da ist die Familie der sorglosen, natürlichen, aber verschwenderischen Rostows, in der Lebensinhalte die Form bestimmen. Da gibt es die Kuragins, die die Welt des Scheins, des Schönen bevorzugen, allerdings menschlich verdorben sind. Und da sind die nach strengen Richtlinien ausgerichteten Bolkonskis, deren Familienoberhaupt einem Tyrannen gleicht. Nur Pierre, der uneheliche Sohn eines steinreichen Petersburgers, fungiert als scheinbar naives Bindeglied zwischen den Familien und ihren abweichenden Lebensphilosophien.

Der Film erforscht die Verbindungen und Parallelen der Charaktere,
der Beziehungen und der Geschehnisse, die auch ein Licht auf unsere
sich verändernde Welt werfen. In glitzernden Ballräumen, auf blutigen Schlachtfeldern, in dunklen Kutschen, in üppig ausgestatteten Palästen, ob in bezaubernder Abendrobe oder mit dem Schwert in der Hand – alles, was Tolstois Romanhelden und unsere Protagonisten im Film miterleben, führt letztendlich zu der Erkenntnis, dass Freundschaft statt Feindseligkeit, Vergebung statt Rache, Mitgefühl statt Ignoranz, Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt uns die Würde und die Menschlichkeit verleihen, ohne die die Spezies Mensch wahrscheinlich längst ausgestorben wäre.



Wenn das ZDF dazu beitragen kann, dass Literatur im Film – dank der ungeheuer wuchtigen wie einfühlsamen Verfilmung von Robert Dornhelm – dies zu leisten vermag, indem es als Wertestimulus wirkt, dann ist dies nicht nur ein Beitrag zur Identität des Senders ZDF, sondern gesamteuropäischer Medien.

Birte Dronsek
Redaktionsleiterin Unterhaltung-Wort II


Eine Produktion von EOS Entertainment und LUX Vide, Pampa
Production, Grupo Intereconomica, Grupa Filmowa Baltmedia & Studio Filmowe Projektor für ZDF, RAI, TV Channel Russia, Telewizja Polsat S.A., France 2, ORF und ZDF

Fotos der Produktion sind für journalistische Zwecke erhältlich über den ZDF-Bilderdienst (http://bilderdienst.zdf.de)


Weitere Informationen und eine ausführliche Online-Begleitung unter
www.kriegundfrieden.zdf.de

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