Dienstag, den 26. Juli 2011 um 22:19 Uhr

Frankreich jagt Markenpiraten

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Frankreich jagt Markenpiraten.

 

Diese Sortieranlage am Flughafen Roissy bei Paris durchlaufen jeden Tag rund 7000 Päckchen. Einige von ihnen werden den Empfänger nie erreichen. Sie enthalten gefälschte Markenartikel. Allein hier wurden im vergangenen Jahr 1,4 Millionen Fälschungen beschlagnahmt. Heute haben die Zollbeamten nachgemachte Sportschuhe entdeckt.

Michel Horn, Leiter der Zollstelle: "Schon an der Verpackung sieht man, dass es keine Markenware ist. Und der Klebergeruch! Da merkt man gleich, das sind Fälschungen."

Die Zöllner halten gezielt nach verdächtigen Päckchen Ausschau. Ein wichtiger Hinweis ist der Absender. Aus China kommen die meisten Fälschungen - von Zigaretten bis Software, von Medikamenten bis hin zu Autoteilen.

Marc Mossé, Markenschutzvereinigung Unifab: "Das ist ein richtiges Phänomen, das um sich greift, eine richtige Fälschungsindustrie, die wirtschaftlichen Trends folgt und sich dem Markt anpasst. Es ist eine kriminelle Industrie, die versucht, die Bedürfnisse der Kunden zu bedienen und die sich schnell anpasst, deswegen wird der Kampf gegen sie auch immer schwieriger."

Und immer teurer. Für die Jagd nach den Markenpiraten geben Großunternehmen mehrere Millionen Euro pro Jahr aus. Vor allem das Internet ist für die Firmen ein Problem. 40 Prozent der Fälschungen werden mittlerweile online gehandelt. Einigen Kunden wissen nicht, dass sie eine Kopie erwerben. Andere bestellen ganz bewusst Fälschungen, um sie weiterzuverkaufen.

Michel Horn, Leiter der Zollstelle: "Wenn wir merken, dass jemand so was häufiger macht - dann können wir ihm schon mal einen kleinen Besuch abstatten."

Im schlimmsten Fall droht Gefängnis oder eine Geldstrafe von bis zu 500.000 Euro. Geschätzte sechs Milliarden Euro gehen den französischen Unternehmen durch Fälschungen verloren - und das jedes Jahr.



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